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Gedankenspiele | Minimalismus im Alltag

Der Minimalismus bezeichnet einen einfachen Lebensstil, der sich als Gegenbewegung zum postmodernen Materialismus sieht. Doch entgegen der landläufigen Meinung ist `der Minimalist´ keine einheitliche Erscheinung, sondern eher eine sehr heterogene Gruppe von Menschen, die in verschiedenstem Ausmaß auf Konsum verzichten oder diesen einschränken wollen – sei es auf Dauer oder nur für eine kurze Zeit, als Aussteiger oder lediglich als aufmerksamer Verbraucher.

Einige Ansätze des Minimalismus lassen sich problemlos in den Alltag integrieren. Brauchen wir wirklich mehr Kleidung, als wir in einen Reisekoffer packen könnten? Müssen wir PC, Laptop, Netbook, Fernseher, eBook-Reader und dazu 3 Spielekonsolen besitzen? Muss es alle 2 Jahre ein neues Smartphone sein? Bedenkt man Ressourcenknappheit und klimaschädliche Massenproduktion sowie den exzessiven Plastikverbrauch für moderne Wegwerfobjekte sollte man sein Konsumverhalten schon einmal kritisch hinterfragen. Denn: große Veränderungen beginnen im Kleinen.

Hier sind 3 Tipps für einen gemäßigten Minimalismus im Alltag, die jedem nach Belieben als Denkanstoß oder Inspiration dienen können:

1. Qualität statt Quantität

Ein erster Schritt hin zu einem gemäßigten Minimalismus ist die Investition in wenige, aber dafür hochwertige, langlebige und nachhaltige Produkte. Also beispielsweise in den Kauf des Jutebeutels anstelle der 20 Einmal-Plastikbeutel aus dem Supermarkt oder in ein gutes Paar Schuhe, das uns die nächsten 10 Jahre auf Schritt und Tritt begleitet, anstelle der 5 hippen Sneakerpaare, die sowieso nur aus Plastik bestehen und im nächsten Jahr modisch schon nicht mehr tragbar sind. Die Devise lautet also: Konsum ja, Wegwerfprodukte nein!

2. Brauche ich das wirklich?

Der zweite Schritt ist eng mit dem ersten verbunden, kostet aber schon etwas mehr Überwindung. Denn hier geht es um Einschränkung. Die Frage bei jedem Kauf sollte lauten: brauche ich das wirklich? Brauche ich wirklich noch mehr Modeschmuck, der nur ein klein bisschen anders aussieht als der alte? Brauche ich allen Ernstes eine gebogene gelbe Dose, um eine Banane im Rucksack zu transportieren? Man muss unterscheiden lernen, den Unterschied zwischen echter Notwendigkeit und bloßem Begehren kennen. Es sollte darum gehen, nur wirklich brauchbare Dinge zu besitzen, deren Anschaffung die Umwelt und uns nicht unnötig belastet.

3. Was kann ich leihen/mieten/upcyceln/selbst herstellen?

Der letzte Schritt ist für uns besitzverwöhnte Europäer sicherlich der schwerste. Etwas nicht selbst zu besitzen, sondern von Nachbarn, Freunden, Kollegen oder gar völlig Fremden zu leihen, erscheint uns erschreckend. Das gehört sich einfach nicht. Doch wo ist das Problem, ein Gerät einmal im Jahr zu leihen oder im Baumarkt zu mieten, anstatt das teure, unhandliche Ding für einen seltenen Einsatz selbst anzuschaffen? Carsharing funktioniert schon seit Jahren, wieso sollte das mit anderen Gerätschaften nicht genauso sein? Und zu guter letzt noch die Frage: Was kann ich upcyceln oder selbst herstellen? Kann ich den Sandkasten für meine Kinder vielleicht selbst aus alten Brettern bauen anstatt eine knallbunte Plastikmuschel zu kaufen, die nach 2 Jahren im Garten vor sich hin gammelt?

Kein Trend, sondern Lebensstil
Mit diesen 3 Schritten lässt sich unser Konsum im Alltag schon deutlich reduzieren, mit ein wenig Nachdenken kann man bares Geld einsparen. Und wenn wir Dinge selbst herstellen oder re-/upcyceln ist das schon eine Freizeitbeschäftigung für sich.

Minimalismus muss also nicht zwangsläufig Askese bedeuten, vielmehr sollte der gemäßigte Minimalismus Einzug in unser Denken halten und uns zu aufmerksamen Verbrauchern machen. Im besten Fall trägt er zu einer Verbesserung der Lebensumstände und zu einem rücksichtsvolleren Umgang mit unseren knappen Ressourcen bei. Dann ist es auch wirklich ein Lebensstil und nicht bloß ein kurzlebiger Trend.

(Die Einleitung zu diesem Artikel ist ein Auszug aus einem älteren Artikel zum Thema Minimalismus. Diesen findet ihr hier)

© geek’s Antiques by Lilli
lilli (at) geeksantiques.de
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