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Rezension | Tanja Karmann & Mandy Jensen – Zehn freche Schafe

Vielen aus der Leserschaft und der Buchbranche mag Tanja Karmann als Phantastin, LARPerin und kreativer Kopf bekannt sein. Dass sie aber auch Kinderbücher schreiben kann, wissen sicherlich die wenigsten. Grund genug, einen Blick in ihr Einschlafbuch „Zehn freche Schafe“ zu werfen, das sie gemeinsam mit der Illustratorin Mandy Jensen gestaltet hat. 

Kinder, die abends nicht einschlafen können, haben oft (wie auch viele Erwachsene) das Problem, nicht entspannen und den Tag loslassen zu können. Erlebtes will verarbeitet werden, die Eltern sollen spannende Geschichten erzählen und eigentlich ist der Korb voller Spielsachen doch auch interessanter als das Bett. In „Zehn freche Schafe“ ist die kleine Natascha trotz später Stunde immer noch nicht müde und will ihre Mama gar nicht gehen lassen. Doch Mama kennt einen Trick: Schafe zählen! Aber nicht so, wie man es für gewöhnlich kennt. Keine Schäfchen, die über einen erdachten Zaun, ein fiktives Mäuerchen oder einen erfundenen Bach springen. Die „Zehn kleinen Schafe“ haben sich in Nataschas eigenem Zuhause versteckt! 

Das Buch Zehn freche Schafe von Tanja Karmann. Foto: Lilli/geek's Antiques

Gemeinsam mit Natascha blättern wir uns durch das Buch. Auf jeder Doppelseite hat sich ein Schaf in einem anderen Zimmer versteckt. Die Suche nach den Schafen wird mit weiteren Fragen begleitet, die den Fokus der kleinen Leserinnen und Leser ganz auf das Buch, die Schafe und das Drumherum lenken: 

„Das vierte Schaf versteckt sich im Badezimmer.“
Weißt du wo?
Welche Farbe hat das Handtuch?
Was machst du morgens im Bad?

Tanja Karmann – „Zehn freche Schafe“

Anders als in anderen Einschlaf- oder Traumreisebüchern geht es also nicht hoch hinaus oder weit weg, sondern die Kinder bleiben in der gewohnten Umgebung und erkunden sie durch die gezielten Fragen ganz neu. Bei so viel Denkerei kann man besonders gut müde werden! 

Das Buch Zehn freche Schafe von Tanja Karmann. Foto: Lilli/geek's Antiques

Der einfallsreiche Text wird von kindgerechten Illustrationen begleitet, die zwar bunt, aber nicht allzu grell und aufregend sind, sodass auch hier die Entspannung im Vordergrund steht. Auf allen Seiten ist gerade genug zu sehen, um die zehn Schafe zwischen einzelnen Gegenständen, Möbeln und Kuscheltieren zu suchen. Wimmelbild-Charakter haben die Illustationen nicht – was gut ist, denn wer schon einmal abends in einem Wimmelbuch geblättert hat, weiß, wie nervenaufreibend das sein kann… 

Die Mischung aus kurzer, verständlicher Handlung, interaktiven Fragen und ruhigen Illustrationen ist wirklich gelungen. Für sensible Kinder, die abends nicht gut einschlafen können, ist das Buch perfekt. Und für Erwachsene, die ein entspanntes Kinderbuch zu schätzen wissen, ebenfalls. 

Literaturverweis:

Karmann, Tanja und Mandy Jensen (2019): Zehn freche Schafe. Dein Einschlafbuch. Projekt Vielseitig

Das Buch Zehn freche Schafe von Tanja Karmann. Foto: Lilli/geek's Antiques

Weiterführende Informationen:

Zur Homepage der Autorin Tanja Karmann: http://tanja-karmann.de
Zur Instagram-Seite der Illustratorin Mandy Jensen: https://www.instagram.com/maehnds/
Zur Homepage des Projekt Vielseitig: https://www.projekt-vielseitig.de

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