Blogtour,  Bücher,  geekweek,  Meet & Geek

Meet & Geek| Interview mit Arvid aus „Der Mitternachtsladen“ – Getrennte Pfade

Rezensionsexemplar/unbezahlte Kooperation // Mit „Der Mitternachtsladen – Getrennte Pfade“ ist gerade der zweite Band der phantastischen Geschichte rund um Lina, Brendan, Lord Fenway und den mysteriösen Laden mitten im Wald erschienen. Im Rahmen einer Blogtour, die das Erscheinen des Buches begleitet, wurden einige der Charaktere aus „Der Mitternachtsladen“ von unterschiedlichen Bloggerinnen interviewt (die Beiträge findet ihr am Ende des Artikels verlinkt). Ich hatte das große Glück, den Bösewicht interviewen zu dürfen und euch einen kleinen Blick auf das dunkle Herz des Antagonisten werfen zu lassen. 

Verbundene Welten – Getrennte Pfade 

Um nicht zu viel aus dem ersten Band vorweg zu nehmen, gehe ich an dieser Stelle nur kurz auf den Inhalt ein: die junge Lina entdeckt auf dem Heimweg von der Arbeit einen Laden mitten im Wald, von dem sie sich wie magisch angezogen fühlt. Im Verlauf des Buches beginnt sie dort ihren neuen Nebenjob und wird dabei in ein Abenteuer verwickelt, das im wahrsten Sinne des Wortes ihre Welt aus den Fugen geraten lässt. Besonders gut gefallen hat mir dabei das Setting, denn die Geschichte spielt – anders als die meisten Fantasy-Bücher – unter anderem in Köln und Trier. Auch im zweiten Band gelangen wir erneut an viele bekannte (und unbekannte) Orte, treffen Personen aus dem ersten Teil der Geschichte wieder und begeben uns auf „getrennte Pfade“.

Der Charme des Bösen

Heldinnen und Helden, witzige Sidekicks oder Gemeinschaften hin oder her! Neben ihnen braucht jede Erzählung auch einen ordentlichen Antagonisten, der sich gegen das Gute, gegen eine harmonische Welt und gegen den Frieden und Freundschaft stellt. Der klassische Bösewicht macht eine Geschichte erst vollkommen, dramaturgisch und spannend. Und zugegeben, oft sympathisiere ich eher mit dem Anti-Helden oder dem „Bösen“. Denn meist liegt unter der Oberfläche ein besonders interessanter Charakter verborgen, der nicht immer per se unmoralisch und schlecht sein muss. Ein Mensch, der vielleicht in der Vergangenheit gebrochen wurde und sich deshalb auf den dunklen Pfad begeben hat. Ein Wesen, das viel Leid ertragen musste und sich rächen will. Oder einfach eine verletzte Seele, die ihren Platz in der Gesellschaft nicht finden konnte. So auch in „Der Mitternachtsladen“! Schon im ersten Band lernen wir Arvid kennen, den Gegenspieler von Lina, Brendan, Lord Fenway und vielen anderen. 

Und wie oft bekommt man schon die Chance, den Bösewicht höchstpersönlich zu interviewen? Umso mehr freue ich mich also, dass ich hier und heute exklusiv Arvid aus „Der Mitternachtsladen“ von Tanja Karmann ein wenig auf den Zahn fühlen darf!

Warum hasst du die Menschen so sehr? 

[…] Arvid ist einer davon. Ich war nicht sicher, wozu er fähig sein würde. Ich glaube zu oft an das Gute. Nie hätte ich gedacht, dass sie tatsächlich so weit gehen würden.

Lord Fenway in „Der Mitternachtsladen – Getrennte Pfade“ S. 23

Arvid, dich durchströmt ein unbändiger Hass gegen die Menschen. Am liebsten wäre dir eine Welt ohne sie. Du hast dein Leben dem Kampf gewidmet, aber warum hasst du sie so sehr?

Arvid: (spuckt aus) „Wie kann man sie nicht hassen? Sie haben nur Leid und Elend über unser Volk gebracht. Man denke nur an den Großen Krieg! Viele in meinem Volk glauben, wir hätten von den Menschen nichts zu befürchten, weil sie schwach sind und keine Magie wirken können. Aber glaube mir, sie haben ihre ganz eigenen Methoden! Sie haben furchtbare Waffen entwickelt, die in einem Augenschlag ganze Dörfer auslöschen können. Von ihren Geheimlabors will ich gar nicht erst sprechen.“   

Was möchtest du mit den Grenzwahrern bewirken? 

Wie hatten die Grenzwahrer es geschafft, ein weiteres Tor zu schließen? War erneut Blut geflossen?

Szene aus „Der Mitternachtsladen – Getrennte Pfade“ S. 48

Du hast es geschafft, eine starke Gruppe von deinen Zielen zu überzeugen. Sie kämpfen an deiner Seite. Aber was genau möchtest du mit den Grenzwahrern eigentlich bewirken?

Arvid: „Mein letztliches Ziel ist die endgültige und unwiderrufliche Trennung der beiden Welten. Unser Volk muss vor den Menschen geschützt werden!“   

Wovor hast du am meisten Angst? 

Der Lordsohn war zu überrascht, um sich zu wehren […]. Sein Kopf flog zur Seite und Blut rann von seiner Wange, wo ihm Arvids Ring die Haut aufgerissen hatte. Erneut holte sein Gegner zum Schlag aus, in seinen Augen blitzte der Hass.

Szene aus „Der Mitternachtsladen – Getrennte Pfade“ S. 55

Kämpfe bedeuten immer auch Schmerz und Leid, manchmal sogar Blutvergießen. Vielen macht das Angst. Doch du scheinst das alles hinzunehmen. Wovor hast du am meisten Angst?

Arvid: „Angst? Ich habe keine Angst. Ich bin bereit, alles zu tun, was notwendig ist, um mein Ziel zu erreichen.“

Was ist deine größte Schwäche? 

Arvid lachte laut auf. Lina hatte noch nie etwas derart Gehässiges gehört.

Szene aus „Der Mitternachtsladen – Getrennte Pfade“ S. 261

Arvid, du zeigst dich stets stark und zielorientiert, du führst deine Leute und gibst ihnen eine Richtung. Aber hat nicht auch ein Anführer Schwachstellen? Was ist deine größte Schwäche?

Arvid: „Meine größte Schwäche ist, in der Vergangenheit meinen Kampf gegen die Menschen nicht mit ausreichender Konsequenz geführt zu haben. Aber das wird sich in Zukunft ändern! Die Pläne dazu sind bereits geschmiedet und wir schon dabei, sie umzusetzen. Zum Glück habe ich treue Gefährten an meiner Seite.“   

Was haben deine Eltern dich gelehrt?

Sie sind verblendet und wollen die Wahrheit nicht sehen. Wir tun das einzig Richtige, Vater. Niemand hat gesagt, dass es leicht werden wird.

Arvid in „Der Mitternachtsladen – Getrennte Pfade“ S. 218

Für viele sind die Eltern wichtige Vorbilder im Leben. Auch deine Eltern haben einen Großteil deines Lebens bestimmt. Was haben sie dich gelehrt?

Arvid: „Von meinen Eltern habe ich gelernt, dass Menschenfreundlichkeit eine Schwäche ist, die man bitterlich bereuen muss. Ich werde mich hüten, ihre Fehler zu wiederholen.“

Vielen Dank, Arvid, für die Zeit, die du dir trotz der widrigen Umstände für dieses Interview genommen hast. Und herzlichen Dank auch an die Autorin Tanja Karmann, die freundlicherweise den Kontakt hergestellt hat. Mir ist es besonders wichtig, auch den Außenseitern eine Stimme zu geben und sich ihre Sicht der Dinge anzuhören, denn die kann oft besonders aufschlussreich sein. 

Weitere Interviews mit anderen Charakteren aus „Der Mitternachtsladen – Getrennte Pfade“ findet ihr auf diesen Blogs:

Brendan Fenway im Interview bei Magischer Bücherwald
Lord Fenway im Interview bei Biankas Bücher Blog
Maeva im Interview bei Chrissy Em Rose
Aidan Ailbeart im Interview bei The Booted Kat
Lina im Interview bei Martinas Bücherwelt

Den Abschluss macht Arvid bei mir auf geeksantiques.de!

Literaturverweis:

Karmann, Tanja (2020): Der Mitternachtsladen. Getrennte Pfade. Leipzig: Fehu-Fantasy (familia-Verlag)

Wer den ersten Band „Der Mitternachtsladen – Verbundene Welten“ noch nicht kennt, kann sich hier gerne meine (spoilerfreie) Rezension durchlesen: Rezension | Tanja Karmann – Der Mitternachtsladen

Rezepte:

Und falls ihr beim Lesen Hunger bekommen habt und euch erst einmal stärken wollt, bevor ihr euch auf das nächste Abenteuer einlasst, habe ich hier zwei Rezepte direkt aus dem Mitternachtsladen für euch:

Mostbrötchen: Rezept | Mostbrötchen aus Der Mitternachtsladen

Kekse: Rezept | Lord Fenways Kekse aus der Anderwelt

Weiterführende Informationen:

Zur Homepage von Fehu-Fantasy: http://www.fehu-fantasy.de
Zur Homepage von Tanja Karmann: https://tanja-karmann.de

Ich habe die Druckfahne vorab vom Verlag als Arbeitsmaterial zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür!

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.