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Bücher | Zuletzt gelesen – Es weihnachtete sehr (oder auch nicht)

Hamouli, hamouli, mepp, mepp, mepp! Oder wie war das mit den Weihnachtsreimen in Zamonien noch gleich? Die Weihnachtslektüre im Dezember 2018 hatte eigentlich recht wenig mit dem klassischen Weihnachtsfest zu tun. Vielmehr sorgten Lindwürmer, Hamster, Lamas und sechs reiselustige Boxer für weihnachtliche Stimmung – trotz Schneemangel und viel zu warmer Temperaturen. Warum dennoch ein gewisses Buch nicht punkten konnte, verrät der heutige Beitrag.

Weihnachten auf der Lindwurmfeste von Walter Moers
NEU! erschienen bei Penguin

Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Zamonien? Kommt der Weihnachtsmann auch auf die Lindwurmfeste? Und was ist der/die/das Hamoulimepp? Fragen über Fragen, die unser aller Lieblingsschriftsteller und Profiexzentriker Hildegunst von Mythenmetz in einem ausführlichen Brief an seinen Freund, den Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer, mit vielen Worten und wenig Inhalt zu beantworten sucht.

Man merkt schon, das Weihnachtsbuch von Walter Moers und ich werden leider keine Freunde mehr. Ich frage mich bis heute: was genau wollte Herr Moers uns mit diesem Buch sagen? Der Untertitel „Warum ich Hamoulimepp hasse“ könnte gleichzeitig auch die Überschrift dieses Textes sein. Denn ich liebe die Zamonien-Romane, bin großer Walter Moers-Fan, aber was bitte sollte das sein? Die Geschichte bzw. der „Briefroman“ vom Lindwurm-Weihnachtsfest Hamoulimepp ist gewohnt lustig, voller Wortspielereien und Anspielungen. Im Kern allerdings noch nicht einmal 70 Seiten lang. Darauf folgen viel zu viele absolut überflüssige „Taxonomietafeln“, die meiner Meinung nach auch das Gelesene nicht wirklich unterstützen.

Am Ende schließt das Büchlein mit einer seitenlangen Leseprobe zum neuen Roman „Der Bücherdrache“, die mit Abstand das beste am ganzen Buch war. Wenigstens etwas, worauf man sich aus der moers’schen Wortschmiede in diesem Jahr freuen kann.

Der Fuchs hat seine lieben Nöte beim Halleluja auf der Flöte von Cornelia Boese und Elsa Klever
[Rezensionsexemplar] erschienen bei Thienemann-Esslinger

Der inoffizielle Preis für das wohl niedlichste Weihnachtsbuch des Jahres 2018 geht ohne große Konkurrenz an den Fuchs, seine Flöte und all die anderen Tiere aus dem Weihnachts-ABC.

Mit den fantasievollen Reimen von Cornelia Boese und wunderschönen Illustrationen von Elsa Klever können Kinder (ab vier Jahre) spielerisch das ABC erkunden. Ein Lama schmückt sich mit Lametta, sechs Boxer machen sich auf den Weg nach New York und die Vögel knuspern Vanillekipferl.

Das Buch ist recht groß, die Bilder seitenfüllend und so detailreich, dass man locker mehrere Minuten mit dem Bestaunen einer einzigen Seite verbringen kann. Die Reime sind kurze Zweizeiler, die anhand von Alliterationen spielerisch durch das Alphabet führen, Kinder (sowie sprachverliebte Erwachsene) auf die Weihnachtszeit einstimmen und lange im Gedächtnis bleiben.

Literaturverweise:
Boese, Cornelia und Elsa Klever (2018): Der Fuchs hat seine lieben Nöte beim Halleluja auf der Flöte. Stuttgart: Thienemann-Esslinger
Moers, Walter (2018): Weihnachten auf der Lindwurmfeste. München: Penguin

© geek’s Antiques by Lilli
lilli (at) geeksantiques.de
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