Geek Craft | Viktorianische Geister-Villa – Halloween Spook House aus einem Vintage 80er Partylite Teelichthaus basteln
Spätestens seit ich die Spiderwick-Bücher gelesen habe, wünsche ich mir, irgendwann mal in einer viktorianischen Villa (gerne auch mit hauseigenem Geist) zu wohnen. Da ich mir aktuell aber nur Miniaturhäuser leisten kann, muss die echte Villa noch eine Weile warten – stattdessen gestalten wir heute einen 80er-Jahre Halloween-Deko-Klassiker (wusste ich vorher auch nicht!) um: wir basteln ein Halloween Spook House. Ich habe das Projekt während eines Crafternoons mit meinem wundervollen Buchclub umgesetzt und ein bisschen mit der Kamera begleitet. Let’s get spooky!
Crafternoon – craft your afternoon!
Habt ihr auch keine Lust mehr, überall KI Slop zu sehen und wollt lieber selbst etwas erschaffen? Wir treffen uns einmal im Monat mit Mitgliedern des Buchclubs auf unserem Discord-Server in einem Livestream und sind zusammen kreativ. Dabei sitzen wir einfach für mehrere Stunden gemütlich zusammen, unterhalten uns und basteln, modellieren, malen, sticken, stricken, gestalten Journals, häkeln, puzzeln, bauen Booknooks, bemalen Miniaturen usw. Egal wie „gut“ ihr etwas könnt (oder auch nicht, in Hobbies muss man nicht „gut“ sein, sie sollen Spaß machen!), alle sind willkommen und dürfen gern mitmachen.
Wenn ihr auch mitmachen oder euch generell mit anderen über Bücher, Fandoms und Nerdkultur austauschen wollt, werdet Mitglied und kommt in unser wundervolles Forum auf Discord. Alle Infos findet ihr hier: fantasticbooks.de – Mitglied werden könnt ihr hier: patreon.com/lilli_immel
Partylite Halloween-Häuschen
Ich habe das Halloween-Häuschen auf einem Flohmarkt hier im Münsterland entdeckt und einfach mal gefragt, wie viel es kosten solle – für 5 Euro durfte ich es mitnehmen. Als ich dann während unseres Crafternoons (unser Buchclub-Kreativnachmittag im Livestream auf Discord), nachgeschaut habe, um was es sich überhaupt handelt, konnte ich folgenden Produktnamen herausfinden: es ist das „Partylite Ghostly Tealight House P7862“ – eine sehr beliebte Halloween-Deko aus den 80er Jahren. Mittlerweile werden die Häuser nicht mehr produziert und sind anscheinend in Sammlerkreisen ein Ding, weshalb ich kurz unschlüssig war, ob ich es wirklich anmalen soll. Aber dank meiner Crafternoon-Crew konnte ich mich dann doch überwinden – schließlich ist es angemalt und umgestaltet ein echtes Unikat. Oder so ähnlich. Wir werden sehen!
Das ist das Haus vor dem Make-over:



Material, Farbauswahl & Techniken
Als Basis nutze ich das Partylite-Teelichthaus, ihr könnt aber auch ein altes Barbie- oder Playmobil-Haus nehmen und nach Lust und Laune gestalten – ich würde bei einem zukünftigen Crafternoon gerne mal ein altes Barbiehaus zu einer Fantasy-Taverne aus Fabelville umbauen, bisher habe ich aber noch kein passendes Haus gefunden.
Zum Bemalen nehme ich ein Acrylpinsel-Set und meine geliebten Vallejo Game Colors (also Farben, die man vor allem zum Miniaturen bemalen nutzt), denn ich brauche ja etwas, das auf der undefinierten Keramik/Lasur-Oberfläche haftet. Um alles mit einem dunklen Wash zu überziehen, verwende ich später auch mit Wasser verdünnte schwarze Acrylfarbe.
Für den verwitterten Look klebe ich zum Schluss noch getrocknetes Moos, Flechten und Rindenstücke mit Alleskleber Heißkleber auf.
Damit sich beim Beleuchten des Teelichthauses keine Farbe löst oder gar das Moos entzündet, habe ich wiederaufladbare LED-Teelichte besorgt.
Materialliste
- kleines Modellhaus
- Acrylpinsel-Set
- Vallejo Game Colors*
- schwarze Acrylfarbe
- etwas Wasser
- Mischpalette
- Tuch zum Abwischen
- getrocknetes Moos, Flechten, Rinde
Alleskleberbesser: Heißkleber- LED-Teelicht (wiederaufladbar)*

Grundierung
Zuerst grundiere ich die Flächen: die Hauswände in „Bone White“, das Dach in „Black“, die Holzstreben in „Leather Brown“. Für die Kürbisse nutze ich die Farbe „Orange Fire“. Den Boden bzw. das Gras rund um das Haus grundiere ich zuerst mit „Dark Green“ und setze mit „Goblin Green“ ein paar Highlights. Die Steine am Kamin und den Steinweg vor dem Haus bekommen eine Grundierung mit „Stonewall Grey“.

Wash mit schwarzer Acrylfarbe
Nachdem die Grundierung getrocknet ist, gehe ich mit einem Wash einmal über das gesamte Haus. Dafür vermischt ihr einen Klecks schwarze Acrylfarbe mit einem guten Schuss Wasser, sodass eine schwarze, sehr flüssige Mischung entsteht. Diese trägt man großflächig mit einem Pinsel auf und tupft überschüssige Flüssigkeit mit einem Taschentuch vorsichtig ab. Ziel ist es, dass sich in den vielen kleinen Ritzen und Kerben schwarze Farbpigmente absetzen, die dem ganzen Gebilde mehr Tiefe verleihen.
Dry-Brushing & Highlights
Anschließend habe ich Highlights gesetzt und dafür die Dry-Brushing-Technik (wenig Farbe, fast trockener Pinsel, schnelle Brush-Bewegungen) genutzt, um hellere weiße, braune und grüne Farbtöne auf die Flächen aufzutragen. Am besten funktioniert es, wenn man die Farbe vorsichtig von unten gegen die Kanten wischt, sodass nur ein Hauch Farbe hängen bleibt.


Moos, Flechten & Rinde für den verwunschenen Villa-Charme
Um das Haus richtig schön verwunschen, verwittert und alt aussehen zu lassen, klebe ich zum Schluss noch Moos (bitte kaufen und nicht einfach im Wald mitnehmen!), Flechten und Rindenstückchen auf, die ich beim Spazierengehen vom Boden aufgelesen habe – es war in den letzten Tagen so stürmisch, dass viele Äste auf den Wegen lagen und sich das Material quasi von selbst angeboten hat.



Zum Kleben habe ich diesmal Uhu-Alleskleber benutzt, davon würde ich aber abraten und lieber zur Heißklebepistole greifen. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich irgendwo Moos und Rinde an Händen und Armen kleben hatte, weil der Kleber nicht richtig gehalten hat…

Ein Teelicht & ein Geist
Bei meiner Recherche nach dem Partylite Ghostly Tealight House bin ich auf Bilder gestoßen, die zeigen, dass eigentlich oben im Kamin noch ein kleines Rädchen sitzen sollte, auf dem ein kleiner Geist befestigt ist. Durch das Teelicht und die aufsteigende Wärme dreht sich das Rad und der kleine Geist wabert im Schornstein hin und her. Leider waren diese Teile bei meinem Flohmarktfund nicht mehr dabei. Also nutze ich einfach ein LED-Teelicht, damit auch nichts anfängt zu brennen:

Reveal: Das Endergebnis!
Und voila! Nach etwa 4 Stunden Crafternoon und nochmal 30 Minuten verzweifelt Moos und Rinde ankleben ist das Halloween Spook House fertig. Die kleinen Hausbewohner (ihr dürft gerne suchen, es gibt 2 Geister, ein Skelett, eine Mumie, einen kleinen Hund, einen Totenkopf, einen Raben und eine Fledermaus) kommen mit den neuen Farben auf jeden Fall noch besser zur Geltung:



Vorher/nachher – vom cuten 80s Häuschen zum Spook House!
Ich finde, es ist auf seine ganz eigene Art schön geworden. Natürlich fehlt der bunte und pastellige 80er-Jahre-Charme, aber dafür erinnert es mich jetzt an eine verwunschene viktorianische Geister-Villa.


Mehr davon?
Hier findet ihr weitere geekige & nerdige Crafts: https://geeksantiques.de/category/phantastikgeek/geek-craft/
Und falls es literarischer werden soll, könnt ihr hier Inspiration holen und losbasteln: https://geeksantiques.de/category/phantastikliteratur/book-craft/
Für die Patreon-Mitglieder des Buchclubs habe ich mit ähnlichen Techniken vor einigen Monaten das Baba-Jaga-Haus aus unserem damaligen Monatsbuch „Tage einer Hexe“ gebaut. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu findet ihr hier:
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