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Literatur | BookBeat – 2 Monate Hörbuch-Streaming im Test: Erfahrungen, Tipps, Empfehlungen

Vielen fehlt im Alltag die Zeit zum Lesen. Wer trotzdem nicht auf gute Geschichten verzichten oder (wie ich) gerne mal bei einer Story zwischen Buch und Hörbuch wechselt, hat mittlerweile ein breites Angebot an Streamingdiensten, die meistens schon die aktuellsten Titel enthalten. Neben Spotify und Audible gibt es seit 2017 auch in Deutschland den Anbieter BookBeat. Das ursprünglich aus Schweden stammende Unternehmen bietet Hörbücher im Monatsabo und zum Flatratepreis an. Ich habe den Dienst 2 Monate getestet und berichte heute von meinen Erfahrungen mit BookBeat und gebe ein paar Tipps für besonders hörenswerte Bücher für die Ohren!

In diesem Artikel (hier klicken!) findet ihr kurze Rezensionen zu den bei BookBeat gehörten Hörbüchern.

Ein Smartphone, Kopfhörer und eine Tasse Kaffee. Foto: Lilli/geek's Antiques

BookBeat: was ist das überhaupt?

BookBeat ist ein digitaler Streamingdienst für Hörbücher und Hörspiele und in Deutschland als App für Android und iOS verfügbar. Das Konzept hinter BookBeat ist, wie bei anderen Streaminganbietern auch, das Hören von Hörbücher via Smartphone zu einem monatlichen Festpreis. Seit 2017 ist BookBeat in Deutschland verfügbar und bietet mehrere zehntausend Titel zum Hören an. Erwähnenswert finde ich auch, dass es sich dabei auch tatsächlich offizielle Hörbuchproduktionen deutscher Hörbuchverlage handelt und nicht um Eigenproduktionen oder geklaute Titel, wie man sie bei unseriösen Anbietern leider immer wieder findet. Mit dabei sind erfreulicherweise unter anderem Random House Audio, Der Hörverlag, Hörbuch Hamburg, Argon, Lübbe Audio und Atmende Bücher.

Welche Modelle gibt es und was ist mit drin?

BookBeat bietet aktuell zwei verschiedene Modelle an: einmal das Standardpaket für monatlich 14,90 Euro und einmal das Premium-Paket (welches ich nutze) für 19,90 Euro im Monat. In der Standardvariante hat man Zugang zu allen verfügbaren Hörbüchern, kann online und offline hören, jederzeit zum Folgemonat kündigen und sogar Profile extra für Kinder einrichten. Allerdings ist im Standardpaket die Hör-Zeit auf 30 Stunden im Monat begrenzt und man kann kein Familienkonto mit mehreren Profilen anlegen. Das Premiummodell beinhaltet alle Funktionen aus dem Standardkonto plus die Möglichkeit so viel und so lange zu hören, wie man möchte. Zusätzlich besteht die Option – z.B. wie bei Netflix auch – bis zu vier weitere Premium-Konten in einem Familienkonto hinzuzufügen. Pro Person kommen dann auf die 19,90 Euro nochmal 4,90 Euro drauf. Bei fünf Nutzern wären das insgesamt 39,50 Euro, also 7,90 Euro pro Person/Monat.

Ein Stapel Bücher mit Kopfhörern und einer Tasse Kaffee. Foto: Lilli/geek's Antiques

Vor- und Nachteile von BookBeat: Standard, Premium oder doch lieber gar nicht?

Der wohl größte Vorteil bei BookBeat ist die Auswahl: es sind alle großen deutschen Hörbuchverlage vertreten, Neuerscheinungen sind meist sofort verfügbar und es gibt auch viele Klassiker und englischsprachige Bücher im Programm. Für Kinder (und Erwachsene wie mich) gibt es außerdem unendlich viele Kinderbücher, Hörspiele und Gute-Nacht-Geschichten. Erfreulicherweise sind zudem sehr viele Ratgeber und Sachbücher verfügbar, was mir sehr entgegenkommt, da ich Sachbücher lieber höre als lese und sie mir im Notfall immer noch als Print kaufen kann.

Die Bücher können heruntergeladen und dann offline ohne Datenverbrauch gehört werden, was ich besonders unterwegs extrem praktisch finde. Wenn die Lesestimme zu schnell oder zu langsam ist, kann die Geschwindigkeit in 0,25er Schritten reduziert oder erhöht werden. Zum Einschlafen lässt sich ein Timer auf 10 Minuten bis 2 Stunden stellen. BookBeat läuft als App im Hintergrund, das heißt man kann währenddessen andere Apps wie WhatsApp oder Instagram benutzen oder das Display einfach ausschalten.

Weitere Vorteile von BookBeat sehe ich in der Möglichkeit, in alle möglichen Hörbücher reinhören zu können, ohne sie kaufen zu müssen. Auch die monatliche Kündbarkeit bietet enorm viel Flexibilität. So lässt es sich während einer Hörbuchflaute auch mal eine Pause einlegen.

Ein Smartphone, Kopfhörer und ein Buch. Foto: Lilli/geek's Antiques

Auf der negativen Seite steht (wie sollte es anders sein) der Preis! Denn den Preis an sich finde ich mit 14,90 Euro bzw. 19,90 Euro recht hoch angesetzt. Im Vergleich zu anderen Anbietern wiederum sind die beiden Modelle von BookBeat sehr günstig für das gebotene, umfangreiche Programm und nahezu keine Einschränkungen bei der Hörbuchwahl. Ein Beispiel: bei Audible kostet das Abo monatlich 9,95 Euro und man kann ein einziges Hörbuch hören. Hat man sein monatliches Hörbuch gewählt und stellt fest, dass es einem gar nicht gefällt, kann man das Hörbuch nicht „zurückgeben“, sondern muss erneut 9,95 Euro zahlen, um sich ein neues auszusuchen. Bei BookBeat zahlt man 14,90 Euro bzw. 19,90 Euro und kann in so viele Hörbücher reinhören, wie man möchte. Da ich im Schnitt auf 4 komplette Hörbücher (plus die 10 weiteren, in die ich reingehört habe) pro Monat komme, hat mich jedes Hörbuch durchschnittlich 4,98 Euro gekostet. Also knapp die Hälfte des Audible-Preises.

Man sollte sich in jedem Fall vorher im Klaren sein, wie viel man pro Monat hört/hören kann und sich dementsprechend das passende Modell suchen. Wenn man das Premium-Angebot bucht, sollte man also schon 3 bis 4 Hörbücher (je nach Länge) hören, damit es sich lohnt. Andernfalls ist das Standardpaket vollkommen ausreichend. Da ich in beiden Monaten locker auf über 30 Stunden Hör-Zeit gekommen bin, bleibe ich dem Premiumpaket treu. Wer aber deutlich weniger hört, kann auch getrost das kleinere Paket buchen und sich die fünf Euro sparen!

Nützliche Tipps, um das Beste aus BookBeat herauszuholen

  • Geschwindigkeit hochstellen
  • Sleeptimer nutzen und abends zum Einschlafen hören
  • Beim Zähneputzen, Aufräumen, Busfahren oder beim Sport hören (so schafft man schnell ein Buch pro Woche)
  • Für eine bessere Konzentration Kopfhörer aufsetzen
  • Die Bücher, die man aktuell hört, herunterladen und offline hören, um das Datenvolumen zu schonen
  • Das Familienpaket nutzen (dann kann man sich – ähnlich Netflix – das Konto mit bis zu 5 Personen teilen und zahlt pro Person nur 7,90 Euro im Monat)
EIn Stapel Bücher mit Kopfhörern, ein Smartphone und eine Tasse Kaffee. Foto: Lilli/geek's Antiques

BookBeat-Empfehlungen für Hörbücher, Hörspiele und besondere Inszenierungen

Aktuell höre ich die letzten Minuten von „Das Labyrinth des Faun“ von Cornelia Funke und Guillermo del Toro. Auch wenn die Erzählung sehr traurig und blutig ist, was im Hörbuch durch Soundeffekte untermalt wird, gefällt mir diese Variante der Geschichte sogar besser als der Film. Außerdem habe ich gerade mit „Sturmtochter“ von Bianca Iosivoni begonnen und höre im Bus jetzt „Blackwood – Briefe an mich“ von Britta Sabbag. Besonders bei „Das Labyrinth des Faun“ und „Blackwood“ lohnt sich das Hören mit Kopfhörern, denn beide Hörbücher enthalten als kleines Plus auch teilweise begleitende Musik, Hintergrundgeräusche oder einen kurzen Sprecherwechsel bei Texteinschüben wie Briefen oder Radiosendungen. Bei solchen Extras geht für mich der Punkt im Vergleich zum Buch eindeutig an das Hörbuch, da so das Kopfkino erhalten bleibt und zusätzlich eine tolle Atmosphäre für die Geschichte geschaffen wird.

Zum Kochen, Spülen und Einschlafen höre ich schon seit fast 10 Jahren die Sherlock-Holmes-Hörspiele mit Christian Rode und Peter Groeger rauf und runter! Ich bin unendlich dankbar, dass diese alle (!) – plus weitere Folgen mit anderen Sprechern – bei BookBeat verfügbar sind. Und für die unter euch, die zum Einschlafen gerne Bibi Blocksberg hören, kommt hier eine weitere gute Nachricht: alle 129 Bibi-Blocksberg-Folgen sind bei BookBeat mit drin! Als ich mit Folge 1 angefangen und dann weitergehört habe, ist mir mit Erschrecken auch wieder das mysteriöse Verschwinden von Bibis Bruder Boris aufgefallen… #woistborisblocksberg

Habt ihr Hörbücher, die ihr seit Jahren immer wieder hört und die niemals langweilig werden?

Weiterführende Informationen:
Zur Homepage von BookBeat: https://www.bookbeat.de
Meine Bücher für die Ohren im Juni und Juli: http://geeksantiques.de/rezension-buecher-fuer-die-ohren-zuletzt-gehoert-im-juni-und-juli/

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