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Märchen | Der magische Schlüsseldienst

Auf Patreon ist heute ein neues Märchen erschienen, das (passend zum Valentinstag) als kleines Geschenk für alle zur Verfügung steht. Ihr könnt die PDF also auch herunterladen, wenn ihr noch kein Patronus seid.

Zur Patreon-Seite von Lilli Immel: patreon.com/thegeekishbarn

Leseprobe:

Es war einmal… „so ein Scheibenkleister!“
Mirabella fluchte leise und versuchte ihr Missgeschick schnell mit den Füßen unter die Werkbank zu schieben. Etwas mehr als ein Dutzend kleine Schlüssel lagen verstreut auf dem Boden und neben ihnen der Setzkasten, in dem sie sich eigentlich in fein säuberlicher Ordnung befinden sollten. Nur langsam registrierte Mirabella, dass das Ganze nicht bloß ein kleiner Unfall, sondern eine mittelschwere Katastrophe war. Hoffentlich hatte niemand das Unglück beobachtet. Wie sollte sie die Schlüssel wieder in das passende Fach zurücklegen? Wie sollte sie erkennen, zu welchem Namen an den Fächern welcher Schlüssel gehörte? Das war schlichtweg unmöglich. Valentin würde sie umbringen. Oder schlimmer noch: einfach rauswerfen!          

Die kleine Nymphe ließ sich auf den Boden sinken und dicke Tränen kullerten ihr über die Wangen. Aus und vorbei! Ihr Job beim magischen Schlüsseldienst fand also schon nach wenigen Wochen ein sang- und klangloses Ende. Ihre Familie würde sie in die Sümpfe schicken und nie wieder ihren Namen in den Mund nehmen. Wie konnte man auch so dämlich sein? Es war doch eigentlich eine simple Aufgabe: die Satyre fertigten nach Valentins Plänen die Schlüssel an, Valentin ordnete sie den passenden Namen zu und die Nymphen brachten sie am Valentinstag zu den Menschen. Man musste nichts weiter tun, als einen Kasten zu tragen. Und bestenfalls dabei nicht verträumt in der Gegend herumschauen und über die nächstbeste Werkbank stolpern. Zu spät. Mirabella wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und begann, die Schlüssel in den Setzkasten zu legen. Vielleicht hatte sie ja Glück und ein paar wenige fanden durch Zufall den richtigen Platz. Ach, was machte sie sich eigentlich etwas vor? Die Zuordnung der Schlüssel war eine so schwierige Angelegenheit, dass nur Valentin selbst sie durchführen konnte. Da würde Glück jetzt auch nicht mehr viel helfen. Und so legte Mirabella einen Schlüssel nach dem anderen zurück in den Kasten. 

Auf dem Markplatz herrschte ein buntes Treiben, das ganze Dorf war auf den Beinen und jubelte den 16-jährigen Mädchen und Jungen zu, die sich fein herausgeputzt und mit Blumen in den Haaren und am Revers neben dem Pavillon versammelt hatten. 

Ava hatte schon ihre gesamte Kindheit über von diesem Tag geträumt. Mit vor Aufregung zitternden Händen fuhr sie sich durch die wuscheligen, lockigen Haare und streifte dabei das kleine Schlüsselloch in ihrem Nacken. Heute war es soweit. Heute erhielten 17 Söhne und Töchter des Dorfes ihren Valentinsschlüssel und dann begann die große Suche. Die meisten blieben zunächst im Dorf und suchten ihren potenziellen Partner unter den bereits hier lebenden Menschen, doch oft hatten sie kein Glück und so zogen viele nach einigen Monaten hinaus in die Welt, um anderswo ihren Schlüsselpartner ausfindig zu machen. Wie es wohl Ava ergehen würde? Ihre Mutter und ihre kleine Schwester hofften natürlich, dass sie hier vor Ort jemanden finden würde, doch insgeheim brannte Ava darauf, losziehen zu müssen. Die Welt zu sehen und andere Orte zu besuchen. 

Ein Glöckchen bimmelte und alle Dorfbewohner richteten ihre Aufmerksamkeit auf den Pavillon, in dessen Mitte sich nun die Nymphen versammelt hatten. Eine kleine, besonders schüchtern wirkende Nymphe trat nach vorne und stellte sich neben die mannshohe Statue des Heiligen Valentin. Sie räusperte sich leise und begann dann zu sprechen: […]

Hier geht es zum vollständigen Text: Der magische Schlüsseldienst

Text und Idee: Lilli Immel

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