Die Mondlandung. Credit: NASA/Neil Armstrong
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Literatur | Eine Reise zum Mond: die besten „Moon in Fiction“–Bücher der Literaturgeschichte

Vor genau 50 Jahren, am 21. Juli 1969, war es so weit und der erste Mensch setzte seinen Fuß auf den Mond. Das bis dato spektakulärste Ereignis in der Geschichte der Raumfahrt begeisterte weltweit Millionen von Menschen. Bücher, Filme, Serien und Spiele zum Thema Weltraum waren bei Jung und Alt beliebt. Die Science-Fiction-Popkultur blühte förmlich auf. Besonders die Sci-Fi-Literatur erlebte dadurch einen enormen Aufschwung: sie verabschiedete sich von ihrem Nischendasein und öffnete sich dem Massenmarkt. Doch auch die „Prä-Mondlandungsliteratur“ hat einiges zu bieten. Begeben wir uns auf eine literarische Reise zum Mond und in die Weiten des Alls mit den besten Büchern der letzten 150 Jahre.

Ein Buch, eine Tasse Kaffee und eine Kiste voll mit alten Bilderrahmen. Foto: Lilli/geek's Antiques

Der Mond in der Literatur: als es noch keine „echte“ Science-Fiction gab

Schon bevor an die Mondlandung überhaupt nur zu denken war, beschäftigten sich Autoren und Erzähler mit dem Phänomen „Luna“ und ersannen Geschichten, die den Menschen zumindest schriftstellerisch auf den Mond brachten und seine Oberfläche erkunden ließen. Die erste bekannte literarische Reise zum Mond – und laut Isaac Asimov wohl auch die erste Science-Fiction-Geschichte überhaupt – schrieb der deutsche Mathematiker und Astronom Johannes Kepler bereits 1608, veröffentlicht wurde sie allerdings erst nach seinem Tod im Jahr 1934:

Johannes Kepler – Somnium. Der Traum (1634)
„Somnium“ ist ein Sci-Fi-Märchen, das auf eine für damalige Verhältnisse sehr fantastische Art und Weise eine mögliche Mondlandung beschreibt. Das Märchen erzählt die Geschichte eines Traumreisenden, den Kepler als Autor selbst verkörpert. Der Buch-Kepler schläft ein und träumt von einem isländischen Jungen, der nach Dänemark reist, dort die Astronomie studiert und dann nach Island zurückkehrt. Dort trifft er auf einen Dämon, der ihm vom Land Levania berichtet. Bei Levania handelt es sich um den Mond, den der Dämon im weiteren Verlauf ausführlich beschreibt: Lebewesen, Klima, Bodenbeschaffenheit und allgemeine Zustände auf dem Mond werden erläutert. In einer erweiterten Fassung wird Kepler sogar noch deutlich astronomischer und mathematischer. Somnium ist somit für viele das erste echte Werk der Science-Fiction, denn hier werden erstmals naturwissenschaftlich-technische Erkenntnisse einer Zeit mit Fiktion kombiniert und niedergeschrieben.

Ein besonders ausführlicher Artikel dazu ist auf der Seite der Kepler-Gesellschaft zu finden: http://www.kepler-gesellschaft.de/index.php/kepler-preis/180-kepler-preis/preisgekroente-arbeiten/kepler-preise-2006/johannes-kepler-faecheruebergreifend/301-deutsch.html

Nur vier Jahre nach der posthumen Veröffentlichung von Somnium erschien „Der Mann im Mond“ (1638) von Francis Godwin. Godwin verfasste den Roman bereits 1629, aber auch sein Werk wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht.

Francis Godwin – Der Mann im Mond (1638)
Neben Keplers Erzählung gilt “Der Mann im Mond” als ein Vorläufer der heutigen Science-Fiction: das Buch ist zwar durchaus unterhaltsam, aber inhaltlich auch äußerst anspruchsvoll und fordert den Leser in seinem naturwissenschaftlichen und philosophischen Denken heraus. In der Geschichte begleitet der Leser einen Spanier auf seiner Reise zum Mond. Jedoch nicht mit einer Rakete wie wir sie kennen. Nein, der Spanier reist stilecht mit einem von eigens für die Raumfahrt abgerichteten Gänsen gezogenen Flugapparat. Nach einem abenteuerlichen Aufenthalt auf dem Mond landet er versehentlich in China und schreibt dort seine Erlebnisse nieder.

Mehr als ein Jahrhundert nach Kepler und Godwin geht es in der Literaturgeschichte erneut auf den Mond. Und zwar mit dem allseits bekannten Baron Münchhausen (1786). In zwei Geschichten reist der Lügenbold zum Mond und erzählt von seiner Flora und Fauna.

Im 19. Jahrhundert folgen dann einige weitere Geschichten, die eine Reise zum Mond thematisieren. Die bekanntesten sind dabei „The men of the moon“ (1809) von Washington Irving, „A Voyage to the Moon“ (1827) von George Tucker und „Die Galoschen des Glücks“ (1838) von Hans Christian Andersen.

In „The men of the moon“ von Washington Irving begegnen wir erstmals den später so ikonischen kleinen grünen Männchen, allerdings kommen diese nicht vom Mars sondern in Irvings Fall direkt vom Mond. Sie werden Lunatics genannt, sind grün, haben einen Schwanz und nur ein einziges Auge. Die Lunatics greifen die Erde mit einem Raumschiff an und kolonisieren diese, indem die Menschen in Reservate gesperrt werden, da sie die Mondsprache nicht sprechen und nicht wie die Lunatics in Polygamie leben. Irving spielte damit auf die Eingriffe der Europäer und Muslime in die Lebenswelten indigener Völker an.

Der US-amerikanische Politiker George Tucker wählte 1827 eine gänzlich andere Herangehensweise an das Thema Mond als Irving es tat. In „A Voyage to the Moon“ beschrieb er unter dem Pseudonym Joseph Atterly eine Utopie auf dem Mond, erläuterte die Gesellschaft und das Leben der „Lunarians“ und war sogar einer der ersten, der jemals die Schwerelosigkeit auf dem Mond ins Spiel brachte.

Das bekannte Märchen „Die Galoschen des Glücks“ von Hans Christian Andersen begegnet dem Thema Mond wiederum auf eine kindlich-amüsante Weise: ein Mann trägt unwissentlich die Galoschen und wünscht sich, einmal den Mond besuchen zu können. Prompt landet er an seinem Wunschziel und trifft dort auf Mondmännchen, die daran zweifeln, dass die Erde bewohnt ist.

Der Mond. Credit: NASA/JPL/USGS

Wissenschaftsromantik: Frühe Werke der Science-Fiction und die erste literarische Mondlandung

Wo früher Zauberei, Magie oder andere übernatürliche Begebenheiten eine Reise zum Mond ermöglichten, steht im späteren 19. Jahrhundert die Wissenschaft im Vordergrund: sie soll mit Technik einen Weg finden, den Menschen auf eine Reise hinaus ins All zu schicken. Der Beginn der Science-Fiction lässt sich in Europa etwa auf Mitte des 19. Jahrhunderts datieren. In den Werken von Jules Verne geht es 1865 und 1870 erstmals direkt zum Mond:

Jules Verne – Von der Erde zum Mond (1865) und Reise um den Mond (1870)
In seinem beiden Romanen „Von der Erde zum Mond“ und „Reise um den Mond“ gelingt es Jules Verne, die Mond“landung“ um ganze 100 Jahre vorwegzunehmen. Das erste Buch befasst sich vor allem mit den Vorbereitungen einer Fahrt zum Mond, den technischen Feinheiten und der Organisation, die hinter dem Vorhaben steckt. Die tatsächliche Unternehmung findet im Folgeroman „Reise um den Mond“ etwa fünf Jahre später statt. Der zweite Band legt (neben der Reise) besonderen Wert auf die Beschreibung des Mondes, seiner Meere und Gebirge und der Geschichte der Mondforschung. Im Unterschied zur tatsächlichen Mondlandung 1969 benutzen die Astronauten in den Romanen allerdings eine riesige Kanone und keine Rakete. Eine direkte Landung auf dem Mond findet in keinem der beiden Bücher statt.

H.G. Wells – Die ersten Menschen auf dem Mond (1901)
Auch H.G. Wells dürfte vielen ein Begriff sein (Krieg der Welten, 1898). „Die ersten Menschen auf dem Mond“ ist eine spannende Erzählung über die Besiedlung des Mondes und gehört leider zu seinen unbekannteren Werken. Der Roman erzählt aus Sicht des Ich-Erzählers eine spektakuläre Reise ins All: in einer Hohlkugel fliegen zwei Wissenschaftler – Bedford und Cavor – zum Mond, der mit Schnee bedeckt ist. Bei Sonnenaufgang schmilzt dieser und es kommen Pilze zum Vorschein, die die beiden Wissenschaftler aus großem Hunger heraus essen. Während ihres Rauschs treffen sie auf ameisenähnliche Mondmenschen, die Mondkühe in Herden halten und geraten in einen Konflikt mit diesen.

Gerdt von Bassewitz – Peterchens Mondfahrt (1912)
Nur wenige Jahre später schrieb Gerdt von Bassewitz ein Science-Fiction-Märchen für Kinder: Die Geschichte des Maikäfers Sumsemann, der gemeinsam mit den Kindern Peterchen und Anneliese eine abenteuerliche Reise über die Milchstraße bis hin zum Mond antritt, ist bis heute eine der beliebtesten Kindergeschichten in Deutschland. Bassewitz kehrt damit gewissermaßen zur Tradition der magischen Reise zum Mond zurück.

Der Mond im Mittelpunkt der Popkultur: Das Golden Age

Ab den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts kommt es zu einer enormen Aufwertung der Science-Fiction und damit dem sogenannten Golden Age, das bis in die 60er-Jahre hinein andauert. Wenige Jahrzehnte vor der tatsächlichen Mondlandung boomt das Geschäft mit Sci-Fi-Lektüre. Die bekanntesten Vertreter dieser Zeit sind vor allem Autoren wie Isaac Asimov, Arthur C. Clarke, Robert Heinlein und C.S. Lewis. Aber auch die Tim-und-Struppi-Geschichten von Hergé greifen das Trend-Thema Mond auf.

Isaac Asimov – Trends (1939)
Der Naturwissenschaftler und Sachbuch-Autor Asimov zählt zusammen mit Clarke und Heinlein zu den „Big Three“ der englischsprachigen Science-Fiction-Literatur. In der Kurzgeschichte „Trends“, die aus einem Forschungsprojekt von Asimov heraus entstand, reist der Leser gedanklich ins Jahr 2008. Dort tritt Clifford McKenny in Erscheinung, der rückblickend erzählt, wie sein Chef 1973 eine Rakete bauen ließ, die zum Mond fliegen solle. Der erste Anlauf scheitert und tötet 28 Menschen. Später gelingt immerhin eine Umrundung des Mondes. Das Erstaunliche: Isaac Asimov sagt mit „Trends“ nicht nur die noch kommenden Mondmissionen der NASA voraus, sondern prognostiziert auch einen Zweiten Weltkrieg für 1940.

Erde und Mond. Credit: NASA/JPL/USGS

Neben Asimov gehört auch Arthur C. Clarke zu den „großen Drei“. Gleich drei seiner Romane spielen auf dem Mond oder beschreiben seine Kolonisierung. „Prelude to Space“ (1951) erzählt von einer erfolgreichen Mondlandung im Jahre 1978, „Earthlight“ (1955) befasst sich bereits mit der Besiedlung des Mondes und einem Krieg zwischen der Erde und dem Mars. In „A Fall of Moondust“ (1961) wandelt sich die utopische Vorstellung eines Lebens auf dem Mond endgültig in eine Dystopie, denn hier geht es den ersten Mondtouristen an den Kragen.

Der dritte Mann im Bunde ist Robert Heinlein, dessen Science-Fiction-Geschichten es in den späten 40ern bereits in die Mainstream-Magazine schafften. Nahezu alle seine Geschichten spielen auf dem Mond oder thematisieren diesen zumindest. Beispielhaft seien hier also nur „Requiem“ (1940) und „The Man who sold the Moon“ (1949) genannt: in beiden Erzählungen geht es um die Planung, Vorbereitung und Durchführung einer fiktiven Mondlandung, die Heinlein (wie auch Clarke) für das Jahr 1978 vorhersagt.

C.S. Lewis – Perelandra 3. Die böse Macht (1945)
Den meisten wird Clive Staples Lewis als Autor der „Chroniken von Narnia“ ein Begriff sein. Was viele nicht wissen: Lewis war sowohl gläubiger Christ als auch Cosmic-Fiction-Autor! „Die böse Macht“ ist der dritte Band der Perelandra-Trilogie, die in Fachkreisen eigentlich nicht zur „echten Science-Fiction“ gerechnet wird, da Lewis die Wissenschaft außenvorlässt und sich dem Thema Raumfahrt auf eine kosmisch-spirituelle Art nähert. Der erste Band der Reihe spielt auf dem Mars, der zweite Band auf der Venus und der dritte auf der Erde, wobei hier mehrfach die Bevölkerung auf dem Mond erwähnt wird. Die Mondbewohner (hier Sulva genannt) werden als Eugeniker, lustvoll und stolz beschrieben.

Hergé – Tim und Struppi: Reiseziel Mond (1953) und Schritte auf dem Mond (1954)
Etwas weiter entfernt von der klassischen und technikbehafteten Science-Fiction sind die Tim-und-Struppi-Comics des Belgiers Hergé angesiedelt. Dennoch gehören die beiden Geschichten, in denen es zum Mond geht, zu den Klassikern der „Moon-Fiction“. Der erste Band erschien 1953, also nur vier Jahre vor dem Start von Sputnik 1 und sechzehn Jahre bevor der erste Mensch seinen Fuß tatsächlich auf den Mond setzte. In „Reiseziel Mond“ werden Vorbereitungen für die Mondfahrt getroffen, in „Schritte auf dem Mond“ wird die Handlung fortgesetzt und Tim, Struppi und der Kapitän erreichen den Erdtrabanten mit blinden Passagieren im Gepäck.

Von der Dampfmaschine zum Raumschiff: Moderne Science-Fiction

Springen wir einige Jahre in der Zeit voran: 1961 reiste Juri Gagarin als erster Mensch ins All. 1969 landeten Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond. Damit änderte sich nicht nur die Rezeption der Science-Fiction-Literatur in der Gesellschaft, auch die Darstellung der technischen Gerätschaften in den Romanen machte einen Wandel durch. Aus den riesigen Dampfmaschinen und Raketen der Sci-Fi-Pioniere Wells und Verne wurden zeitgemäße Apparate, die den damals aktuellen Stand von Technik und Wissenschaft aufgriffen und teilweise technische Errungenschaften der Zukunft recht genau vorhersagten. Auch heute noch folgen die meisten Technologien in der Science-Fiction tatsächlichen wissenschaftlichen Vorbildern. So auch in der wohl bekanntesten Buchreihe zum Thema: Perry Rhodan!

Die Perry-Rhodan-Reihe (seit 1961)
Die deutsche Science-Fiction-Reihe „Perry Rhodan“ läuft seit dem 8. September 1961 ununterbrochen! Wöchentlich erscheinen die Geschichten in Form von Heftromanen, es gibt aber auch Bücher, Comics und E-Books aus dem Perryversum. Die Handlung lässt sich bei 3.000 erschienenen Heften natürlich nicht „grob zusammenfassen“, daher sei nur so viel gesagt: die Erzählungen setzen 1971 ein, die Erde ist in drei Lager gespalten (Westblock, Asiatische Föderation und Ostblock). Die Menschheit steht kurz vor dem Ausbruch eines Dritten Weltkriegs, es findet ein fanatisches Wettrüsten der Lager statt und der Erde droht die atomare Selbstzerstörung. Gleichzeitig konkurrieren die Blöcke auch um die Vorherrschaft in der Raumfahrt. Der Westblock entscheidet diesen Konflikt für sich und schickt den Kommandanten Perry Rhodan mit dem amerikanischen Raumschiff STARDUST zum Mond.

In den 70ern geht es in der Sci-Fi-Literatur vor allem um die Kolonisierung des Mondes. Werke wie „Die Geißel des Himmels“ (1971) von Ursula K. Le Guin über eine Mondbasis im Jahr 2002 oder „The Gods Themselves“ (1973) von Isaac Asimov über die Besiedlung des Mondes im 22. Jahrhundert boomen auf dem Markt. Auch Game-of-Thrones-Autor George R.R. Martin reiht sich mit „Dark, Dark Were the Tunnels“ (1974) in die Riege der „Mondsüchtigen“ ein. In Martins Geschichte geht es allerdings um die Wieder-Besiedlung der Erde durch Nachkommen jener Menschen, die nach einer nuklearen Katastrophe in einer Kolonie auf dem Mond überleben konnten. James P. Hogan schreibt in „Das Erbe der Sterne“ (1977), dem ersten Buch der Giants-Reihe, von einem rätselhaften Ereignis: auf dem Mond wird in einer Höhle eine 50.000 Jahre alte Leiche gefunden – aus einer Zeit, in der es noch gar keine Raumfahrt gab…

Die Mondlandung. Credit: NASA

Die Folgejahren sind in der deutschen und internationalen Science-Fiction sehr wissenschaftlich geprägt. Richtig „fantastisch“ wie letztmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird es erst wieder in den 00er Jahren des neuen Jahrtausends. Mit Brian Selznicks „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ aus dem Jahr 2007 wird außerdem der erste Science-Fiction-Film der Geschichte wieder ins Rampenlicht geholt:

Brian Selznick – Die Entdeckung des Hugo Cabret (2007)
Der Bildroman (engl. Graphic Novel) erzählt von einem Waisenjungen namens Hugo, der in den Gemäuern Pariser Bahnhofs lebt. Der Junge ist technisch sehr begabt und bastelt in seiner freien Zeit an einem menschenähnlichen Automaten herum. Die benötigten Ersatzteile stiehlt Hugo einem alten Mann, Papa Georges, der einen Spielzeugstand im Bahnhof betreibt. Für Hugo Cabret geht es zwar nicht persönlich zum Mond, dafür spielt jedoch der berühmte Schwarzweißfilm „Die Reise zum Mond“ (1902) eine ganz besondere Rolle in der Erzählung. Das Buch wurde 2011 verfilmt und mit fünf Oscars ausgezeichnet.

Aber auch in der aktuellen Literatur darf Spannung rund um die Besiedelung des Mondes nicht fehlen. Zwei beispielhafte „junge“ Werke sind Frank Schätzings „Limit“ (2009) und Andy Weirs „Artemis“ (2017).

Frank Schätzing – Limit (2009)
Bei „Limit“ handelt es sich um einen klassischen Thriller, der sowohl die Rohstoffgewinnung als auch den Tourismus auf dem Mond thematisiert. Von uns aus betrachtet nur 6 Jahre in der Zukunft, also 2025, hat eine bahnbrechende Technologie die Raumfahrt revolutioniert, es geht nun darum, auf dem Mond Helium-3, ein Element, das alle Energieprobleme der Welt zu lösen könnte, abzubauen. Dabei wetteifern Amerikaner und Chinesen gleichermaßen um die Vorherrschaft. In einer actionreichen Erzählung verfolgt man das Wettrüsten der Großmächte genauso wie die Ermittlungen des Detektivs Owen Jericho, der eine untergetauchte Widerständlerin ausfindig machen soll. Die Spur führt Jericho nicht nur rund um die Welt, sondern auch zum Mond, wo eine Gruppe Weltraumtouristen eine ziemlich erschreckende Entdeckung gemacht hat.

Andy Weir – Artemis (2017)
Andy Weir geht in „Artemis“ sogar noch einen Schritt weiter als Schätzing und beschreibt eine fiktive, aber dennoch wissenschaftlich korrekte und theoretisch umsetzbare Mondstation, die komplett durch den Mond-Tourismus finanziert ist. Artemis ist die erste und einzige Stadt auf dem Mond und deshalb auch zum Leben ziemlich teuer, zumindest, wenn man kein Millionär ist. Hauptfigur Jazz hat sich also entschieden, mit Schmuggelware Geld zu verdienen und verbotene Luxusgüter zu verkaufen. Als ein weiterer illegaler Auftrag schief geht, steckt Jazz in einer tödlichen Verschwörung, bei der die Existenz der Mondstadt Artemis und all ihrer Einwohner auf dem Spiel steht.

Der Nordpol des Mondes. Credit: NASA/JPL

Ausblick: Die Zukunft der „Moon Fiction“

Obwohl sich die Science-Fiction mit Schwerpunkten in der Climate Fiction und dem Cyberpunk momentan eher in eine gesellschaftskritische Richtung wie im frühen 19. Jahrhundert – und damit weg vom Klischee der „Weltraum-Stories“ – bewegt, wird mit dem 50. Jubiläum der Mondlandung 2019 auch die Faszination für den Mond als zentrales Element der Literatur wahrscheinlich erneut entfacht werden. Bis es tatsächlich einmal so weit sein wird, dass ein Mensch in touristischer Absicht den Mond betritt, können wir also weiterhin bequem mit Klassikern, Dauerbrennern und moderneren Werken die Reise zum Mond antreten. Günstiger dürfte es in jedem Fall sein!

Aus der Community:
Im Kinderbuchtheke-Podcast von Janet von @kinderbuchlesen.de und Alu von @grossekoepfe werden Weltraum- und Planeten-Bücher für Kinder ab 2 Jahren vorgestellt: für den Link zum Podcast hier klicken!

Literaturtipp:
Wer selbst schriftstellerisch oder poetisch aktiv werden möchte, sollte unbedingt einen Blick auf die „Mondwörter-Liste“ von Lenny Löwenstern werfen. Sie ist hier zu finden: https://sternenvogelreisen.de/romantische-mondwoerter-worte-mit-mond/

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